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Rabatte in Rechnungen

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Jan
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Rabatte in Rechnungen

Beitrag von Jan » Mo, 23. Mai 2016 10:07

Hallo,

bei meinem Kunden gibt es ein Problem, weil die interne Software und der Onlineshop bei Positionsrabatten unterschiedlich rechnen. Intern wird immer gerechnet (Einzelpreis * Anzahl) ./. Positionsrabatt. Im Shop dagegen ((Round(Einzelpreis ./. Rabatt, 2)) * Anzahl. Das gibt natürlich ab und an unterschiedliche Ergebnisse wegen der Rundungsfehler im Einzelpreis.

Wir haben dann mal nachgesehen wie andere System das rechnen. Vor mir wurde versucht eine Warenwirtschaft auf Basis vom MS Navision ienzuführen (das grandiose Scheitern dieses Systems hat mir dann meinen Kunden geschaffen). Und auch dort wird gerechnet wie mein Kunde das intern macht.

Aber das Shopsystem schert sich da halt nicht drum und macht es anders.

Der Unterschied macht sich auch in den Belegen bemerkbar: Im internen System erscheint in den Positionen immer der Listen-Einzelpreis, in der Positions-Gesamtpreis-Spalte dann der rabattierte Gesamtpreis inkl. dem Vermerk, das es da n% Rabatt gibt. Im Shop wird in den Mailbestätigungen schon der rabattierte Einzelpreis angegeben.

Meine Frage ist nun: Gibt es dafür irgendwelche kaufmännischen Regeln? Oder kann das jeder machen wie er will? Muß man sich in den einzelnen Verfahren an bestimtme Regeln halten?

Jan
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Re: Rabatte in Rechnungen

Beitrag von brandelh » Mo, 23. Mai 2016 10:27

Ich meine Rabatte kann jeder geben wie er will (erstatten Mwst, % Zahl, 2. frei ...), wobei Verträge eingehalten werden müssen.
Bei Endkunden muss der Endpreis angegeben werden, bei Firmenkunden wird normal mit dem Nettopreis gerechnet.

Egal wie der Verkäufer den Rabatt berechnet, er bestimmt den endgültigen Preis, von dem wird dann die Mwst berechnet.
Den Preis aus der Rechnung muss man dann selbst verarbeiten.

Solltest du dann intern aber 2 Softwaresysteme haben und eines (shop) rechnet anders als das andere geht das natürlich gar nicht.
Entweder die Werte direkt importieren oder die Rechenregel anpassen die man selbst in der Hand hat.
Gruß
Hubert

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Re: Rabatte in Rechnungen

Beitrag von Herbert » Mo, 23. Mai 2016 12:29

Jan, frag mal bei Thomas (Muecke) nach, der hat viel Erfahrung mit Webshops.
Eigentlich müsste die Berechnung der einzelnen Posten ein Benutzerparameter sein. Denn ob sofort gerundet wird oder nicht sollte jeder selber entscheiden können. Die zweite Frage ist dann noch, ob man auf z.B. 5-er oder 10-er runden will.
Grüsse Herbert
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Re: Rabatte in Rechnungen

Beitrag von Tom » Mo, 23. Mai 2016 12:35

So kenne ich es und so habe ich es auch gelernt:

Einzelpreis * Anzahl = Positionszwischensumme
-> kaufmännisch runden
Positionszwischensumme * Rabatt = Positionsendsumme
-> kaufmännisch runden

Bei der Summierung der Positionsendsummen ist keine Rundung mehr erforderlich, weil es keinen Rundungsfehler mehr geben kann.

Alternativ:

Einzelpreis * Rabatt = Rabattierter Einzelpreis
-> kaufmännisch runden
Rabattierter Einzelpreis * Anzahl = Positionszwischensumme
-> kaufmännisch runden (wenn die Anzahl Nachkommastellen hat)

So oder so, alle beteiligten Systeme müssen sich gleich verhalten. Das Problem ist die Nachvollziehbarkeit, da man i.d.R. nur die Einzelpreise, die Anzahl, den Rabatt (als Prozentwert) und die daraus ermittelte Positionssumme angibt.
Herzlich,
Tom

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Re: Rabatte in Rechnungen

Beitrag von Jan » Mo, 23. Mai 2016 12:48

Hallo Tom,

das Problem ist, das bei meinem Kunden eine Mischung aus beidem passiert. Intern Deine Variante 1, im Shop Deine Variante 2. Ich löse das im Moment so, das übernommene Aufträge aus dem Shop nicht neu kalkuliert werden, um nicht versehentlich die vom Shop errechneten und dem Kunden bestätigten Summen zu korrigieren. Ist aber natürlich eine Krücke ohnegleichen. Und der Kunde bezahlt auch unterschiedliche Summen, jenachdem ob der im Shop oder telefonisch bestellt. Geht irgendwie überhaupt nicht in meinen Augen.

Mein Kunde überlegt gerade ob er das intern nicht an den Shop anpassen soll. Er hält das Shop-Berechnungssystem zwar für falsch (was Ihr hier im Forum aber offensichtlich ausschließt, wenn ich Eure Beiträge sehe), aber er will das natürlich auf eine einheitliche Basis stellen. Und der Shop kann leider nicht anders ... Der kann das nicht anders konfigurieren.

Jan
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Re: Rabatte in Rechnungen

Beitrag von Muecke » Di, 24. Mai 2016 17:35

Hallo Jan

So wie es Tom geschrieben hat machen wir das auch.

Das ist der einzige und sauber Weg.

Dazu kommt noch, dass wir das einfacher erklären können am Kunden warum wieso weshalb.


Gruss
Thomas

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Re: Rabatte in Rechnungen

Beitrag von AUGE_OHR » Di, 24. Mai 2016 17:46

hi,

es kommt darauf an ob "jede Position" einen "eigenen" Rabatt bekommt ... bei uns handeln die (alten) Kunden für "jede" Position einen Preis aus.
ansonsten halte ich es wie bei der Mwst. d.h. zum Schluss wird alles aadiert und dann Skonto/Rabatt vom Nettowert abgezogen.

btw. Skonto muss extra verbucht werden !
gruss by OHR
Jimmy

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Re: Rabatte in Rechnungen

Beitrag von Jan » Mi, 25. Mai 2016 8:53

Ich habe gerade im CC eine Mail erhalten, in der u. A. dieser Absatz steht:
Ich habe gerade nochmal einen Ausflug in die Preisangabenverordnung gemacht. Hier kann das Problem liegen, warum Shops genau in dieser Form arbeiten. Bei Rabatten dieser Art (Mengenrabatten) muss anscheinend der Endpreis je Produkt angegeben werden. Wahrscheinlich wird daher erst der Einzelpreis berechnet und dann die Multiplikation vorgenommen. Ob das tatsächlich so ist, kann uns aber nur ein Anwalt mit guten Kenntnissen der PANGV sagen.
Also gibt es da anscheinend doch eine gesetzliche Regelung zu.

Jan
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Re: Rabatte in Rechnungen

Beitrag von Tom » Mi, 25. Mai 2016 9:55

In der Preisangabenverordnung (PAngV) gibt es m.E. keine Vorschrift zu Positionsrabatten:

https://www.gesetze-im-internet.de/pang ... 00985.html

Beide Berechnungsverfahren (Einzelpreis * Rabatt * Anzahl oder Einzelpreis * Anzahl * Rabatt) kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, wenn es bei Einzelschritten zu Rundungskorrekturen kommt. Es gibt allerdings keinen überwiegenden Nachteil; ob die Preise zu Ungunsten des Anbieters oder des Konsumenten errechnet werden, hängt meistens vom Einzelfall ab.
Herzlich,
Tom

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